Häusliche Gewalt fängt nicht erst mit einem blauen Auge an

Vielfach fängt häusliche Gewalt subtil und schleichend an. Das Schwerpunktthema der diesjährigen „Aktionstage gegen häusliche Gewalt“ in Graubünden liegt deshalb auf der psychischen Gewalt.

Vom 25. November bis 10. Dezember 2023 sind zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen im ganzen Kanton geplant.

Häusliche Gewalt fängt nicht erst mit einem blauen Auge an, sondern oft bereits viel früher. Das zeigt sich zum Beispiel in Form von psychischer Gewalt, indem Menschen ständig kontrolliert, erniedrigt und bedroht werden. Psychische Gewalt hinterlässt oft keine sichtbaren Verletzungen, kann jedoch schwerwiegende Folgen für Betroffene haben.

Diese Art von Gewalt kann zu einer Zersetzung des Selbstwertgefühls und zur sozialen Isolation führen. In der Schweiz kommt es jedes Jahr zu rund 20 000 Straftaten aufgrund von häuslicher Gewalt. Die Hälfte davon in Paarbeziehungen.



Häusliche Gewalt kommt nicht in die Tüte

Im ganzen Kanton Graubünden setzen Organisationen und Unternehmen mit einer vielfältigen Palette von Veranstaltungen ein Zeichen gegen häusliche Gewalt. Mehrere Gebäude werden in einem leuchtenden Orange beleuchtet, zwei Kunstinstallationen, ein Poetry-Slam-Abend und die Lesung einer Betroffenen berühren und rütteln auf. Mehrere Filmvorführungen und Fachinputs tragen zu einem tieferen Verständnis und Wissen über die Thematik bei. Die Aktion „Häusliche Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte“, bei der Bäckereien ihr Brot in speziellen Brottüten verkaufen, wird dieses Jahr in Davos, im Prättigau, im Ober- und Unterengadin, in der Surselva, in den Südtälern sowie in Chur und Umgebung durchgeführt.

Folgende Organisationen und Unternehmen beteiligen sich an den Aktionstagen: Buachlada Kunfermann, Frauenhaus Graubünden, Giuventetgna Cadi, Jugendarbeit Chur, Kantonsbibliothek, Keramik-Werkstatt, Malwege, Opferhilfe Beratungsstelle Graubünden, Schweizerischer Verband der Akademikerinnen, Soroptimist Club und Zonta Club.

Graubünden hat zudem die interkantonale Sensibilisierungskampagne „Toxic Love“ initiiert, welche die Früherkennung von häuslicher Gewalt zum Ziel hat. Betroffene und Beteiligte, aber auch unbeteiligte Dritte sollen unterstützt werden, die Warnsignale zu erkennen und sich frühzeitig Hilfe zu holen. Toxic Love ist eine Gemeinschaftskampagne der Kantone Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Obwalden, Schaffhausen, Solothurn und St.Gallen.

 

Quelle: Kanton Graubünden
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